Das (für mich) perfekte Einbeinstativ

Fotografieren vom Einbeinstativ hat viele Vorteile.

Leider gibt es auf dem Markt kein Einbein, das komplett meinen Anforderungen gerecht wird.

Wie soll also so ein Stativ aussehen?

  1. stabil genug für schwerste Teleoptiken
  2. hoch genug für aufrechtes Arbeiten
  3. schnelle und einfache Höhenverstellung
  4. flexibel für Tele- bis Makrofotografie
  5. leicht und kompakt genug zum Reisen
  6. fester Stand sowohl auf glattem als auch weichem Untergrund
  7. Beinsegmente verdrehsicher
  8. Feststellmechanismus absulut sicher

Viele dieser Eigenschaften bringen die Gitzo Einbeinstative der Serie 5 mit, aber leider nicht alle!

Gitzo Einbein Serie 5 Carbon 6X Segmente 4 G-Lock ALR Power Disk GM5541

Gitzo Einbein Traveler(Serie5)Carbon 6X Segmente 6 ALR Gürtelclip

Der kleine Gummifuß der Gitzo-Stative ist für meine Belange leider absolut untauglich.

Da ich Jahre mit einem Stativ von Monostat gearbeitet habe, weiß ich, wie ein richtig guter Stativfuss aussehen kann.
Der Anbau des Monostat Fußes ist recht einfach. Ich benötige nur

eine 1/4″ UNC Senkkopfschraube,

ein Reduzierstück 3/8″ auf 1/4″

und eine konische Unterlegscheibe zur Aufnahme des Senkkopfes.

Monostat Fuß an Gitzo  GM5541

Monostat Fuß an Gitzo GM5541

Fehlt noch ein Einwegneiger für steile Aufnahmewinkel, die durch Neigen des Statives nicht mehr realisierbar sind.
Da schafft der geniale Neiger

Kirk MPA-2 Schwerlast 1 Weg Neiger mit integrierter drehbarer Kupplung

Abhilfe.

Einziges Manko ist hier die integrierte Schnellwechselkupplung mit Rändelschraube.
Immer wenn ich hier mein 400 2,8 von Canon auf das Einbein, genauer den Einwegneiger bringen will, fehlt mir eine 3. Hand.

Aber auch hierfür habe ich eine Lösung gefunden.
Ich habe die Kupplung von Kirk einfach gegen die

Q=Base von Novoflex

getauscht.

Das geht leider nicht ohne etwas mehr Aufwand.
Die Neigeeinheit wird mit den 4 seitlichen Befestigungsschrauben vom Neiger abgenommen, dann die Kirk-Kupplung einfach abgeschraubt.
Jetzt muss das 1/4″ Innengewinde ausgebohrt werden (am besten mit einem 6,5mm Bohrer).
Zu guter letzt wird von unten eine Konusbohrung für den Senkkopf einer 1/4″ UNC-Schraube gefräst.

Die Novoflexkupplung wird nun mit dieser Schraube von unten her mit der Neigeeinheit verschraubt, dabei ausgerichtet und mit der in die Kupplung integrierten Konterschraube gesichert.
Nachdem die Neigeeinheit wieder mit dem Rest des Neigers verbunden wurde (Eventuell etwas Schraubenfixierer auf die 4 Befestigungsschrauben geben) ist das perfekte Einbeinstativ fertig.

Kirk MPA-2 mit Novoflex Q=Base

Kirk MPA-2 mit Novoflex Q=Base

Jetzt ist durch die Halbautomatik der Kupplung das Ansetzen auf dem Einbein mit Einwegneiger ohne Mühe, sicher, einfach und schnell möglich.

Der Monostatfuss puffert bestens Erschütterungen, ist beweglich, griffig und sinkt nicht so schnell in weichem Untergrund ein.  Ausserdem wird so auch das unterste Karbonsegment vor Schmutz geschützt.

Mit dem oben beschriebenen Einbeinstativ + 5D Mark III + 2fach Konverter III + 400 2,8 IS II aufgenommen, zwischen lauter anderen Fotografen.Ich war der Einzige, der kein Dreibeinstativ benutzt hat. :-)

Mit dem oben beschriebenen Einbeinstativ + 5D Mark III + 2fach Konverter III + 400 2,8 IS II aufgenommen, zwischen lauter anderen Fotografen.
Ich war der Einzige, der kein Dreibeinstativ benutzt hat. 🙂

9 responses to “Das (für mich) perfekte Einbeinstativ”

  1. Stephan says :

    Gerade bei dem Kranichbild frage ich mich, wie Du da das seitliche Mitziehen realisiert hast…dasvgeht doch mit dem Monostatfuß nicht mehr oder?

    • christianluebke says :

      …das kann der Monostatfuß eben doch!

      Zitat Monostat: “ …einzigartige Gummifusskonstruktion
      (Rotationsstabilisator RS) erlaubt Ihnen Aufnahmen bis 60° Neigungswinkel,
      Stabilisierung in der vertikalen und horizontalen Koordinate“

      Der Fuß besteht aus einer Gleitpfanne, einem kugeligen Gelenk und dem Gummiüberzug. Die horizontale Drehung erfolgt in diesem Gelenk, das geht wunderbar. Dabei bleibt der Gummiteil mit Gleitpfanne statisch in Bezug auf den Untergrund, das Kugelgelenk dreht mitsamt dem Stativschaft in der Gleitpfanne, das ganze sogar noch je nach Andruckgewicht dosiert gedämpft.

  2. Stephan says :

    Eine letzte Frage…wie sieht es mit der Reinigung des Monostat aus…was ist, wenn der mal im Matsch steht…oder im Strandsand…hat man dann sprichwörtlich Sand im Getriebe und muss alles auseinandernehnen oder ist das unproblematisch?
    Übrigens ein Superblog hier…versteh gar nicht warum ich der erste bin der kommentiert!?

    • christianluebke says :

      Die Gummiummantelung sitzt so eng, dass bei mir bisher kein Schmutz in den Monostatfuss gekommen ist. Ich stehe damit wirklich oft tief im Matsch oder im Strandsand. Zu hause wird der Fuss kurz unter den Wasserhahn gehalten und alles ist wieder schön sauber…

      • Stephan says :

        Hab ihn jetzt auch an meinem G5561 und muss sagen er ist perfekt! Da liegen wirklich Welten dazwischen! Vielen Dank nochmal für den Tip!

  3. CJB says :

    Ich verstehe nicht, wie der Fuß am Bein des Stativs befestigt ist. Wird die Reduzierhülse eingeklebt???

    Und ein paar (Phasen-) Fotos von der Unterseite der Kupplung wäre auch nicht schlecht für denjenigen, der etwas entsprechendes plant.

    Ansonsten: Danke und Daumen hoch!

    • Augenblicke-eingefangen says :

      tatsächlich wird Loctite genutzt. Hier eine komplette Montageanleitung:
      https://augenblickeeingefangen.blog/2015/12/23/umbau-von-einbeinstativen-mit-38-fussgewinde-auf-monostat-fuss/

      Es gibt eine kleine Änderung in der Vorgehensweise.

      Das in Schritt 5 beschriebene Verkleben
      „Fünfter Schritt: die 1/4″ Schraube mit einem Tropfen Loctite versehen“
      erfolgt jetzt mit Loctite red (also dem hochfesten Kleber)

      Grund: die Reduzierung mit Loctite Blau eingeklebt ist dann weniger fest als die Schraube in der Reduzierung mit Loctite Rot eingeklebt. Dadurch kann die Reduzierung wieder aus dem Stativ ausgeschraubt werden, da bei Demontage die Blaue Verklebung eher aufbricht als die Rote, festere Verklebung.

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: